Der Test - 90 Tage pureSGP
Kaffee, Klumpen und kein Glow in Sicht
Tag 1: Ich öffne die Dose.
Ein dumpfer, leicht tierischer Geruch entweicht. Nicht unangenehm, aber auch nicht das, was man unter „geschmacksneutral“ versteht. Ich rühre das Pulver in meinen Kaffee, der sich sofort trüb verfärbt. Nach dem ersten Schluck: meh. Ein Hauch von Brühe, ein metallischer Nachgeschmack. In der Werbung sieht man nur, wie sanft das Pulver in Milch verschwindet. In der Realität: kleine Klümpchen, die an der Oberfläche schwimmen.
Nach einer Woche
Ich wechsele auf Smoothies. Banane, Hafermilch und Pulver geht besser runter. Nach einigen Tagen habe ich mich an den Geschmack gewöhnt. Was bleibt, ist der Gedanke: „Wenn’s hilft, zieh’s durch.“ Ich lese parallel Erfahrungsberichte auf Amazon. Viele schreiben genau dasselbe: „nicht geschmacksneutral, klumpt, aber vielleicht wirkt’s ja“. Andere berichten von Magenproblemen. Ein paar schwören drauf. Ich notiere mir alles.
Nach vier Wochen
Ich betrachte mein Gesicht im Spiegel – nichts. Kein Glow, keine Falten weniger. Meine Haut ist wie immer: mal besser, mal schlechter, abhängig von Schlaf und Wetter. Ich nehme mir vor, objektiv zu bleiben.
Nach acht Wochen
Immerhin: Meine Nägel brechen weniger. Liegt das an Biotin und Zink? Vielleicht. Aber Biotin-Effekte gibt’s auch mit jeder Drogerie-Tablette für 4 Euro. Ich recherchiere tiefer. In Foren schreiben Dermatologen, dass der Körper Kollagenpeptide größtenteils in Aminosäuren zerlegt und dann genauso verarbeitet wie jedes andere Eiweiß aus Nahrung. Hühnersuppe, Linsen, Quark ist alles günstiger und mit mehr Nährwert.
Nach zwölf Wochen
Ich bin ehrlich: Ich hatte gehofft, dass wenigstens jemand sagt „Du siehst frischer aus“. Niemand hat. Und mein Spiegel lügt auch nicht so gut. Ich habe gelernt, wie mächtig Placebos sein können und wie leicht sich Wunschdenken mit Werbung verwechselt.
Nebenwirkungen?
Bei mir keine, außer Enttäuschung. Bei manchen Nutzer:innen online liest man über Magenbeschwerden oder unangenehmen Geruch. Ich finde das besonders problematisch, weil das Produkt durch sein Apotheken-Image Seriosität ausstrahlt, die viele eher bei Medikamenten als bei Nahrungsergänzungen vermuten.
Unterm Strich
Ich habe drei Monate lang täglich Geld getrunken. Und das Ergebnis? Ein bisschen weniger Vertrauen in Wellness-Trends und ein bisschen mehr Lust, wieder Wasser zu trinken.